Erster gemeinsamer Urlaub zu Viert

Netterweise lässt mich (Karli) hier mal meine Mama zu Wort kommen. Ehrlich gesagt, konnten wir uns unter dem Wort “Urlaub” gar nichts vorstellen. Unsere Eltern waren am Tag vorher etwas merkwürdig. Holten sie doch zwei große Teile aus dem Keller und in einem legten sie ihr Fell hinein. Also sie können ja praktischerweise jeden Tag neues Fell anziehen. Beinfell, Oberkörperfell. In das andere Teil legten sie Handtücher hinein, unsere Ausweise, Spielzeug, Geschirr und unseren allerbesten Bro der Welt: Eddie! Also das war schon ein wenig aufregend unser Spielzeug so verstaut zu sehen. Ich war so aufgeregt, dass ich meine Mama am nächsten Morgen netterweise um vier Uhr wachgeküsst habe. Sie sind dann aufgestanden und erst war alles wie immer morgens: Kaffee trinken, waschen. Aber dann schleppte Papa alles raus (er sagte zu den großen Teilen Koffer!) und irgendwann gingen wir dann zusammen raus. Mama ging mit uns noch eine Runde und dann kam Papa uns entgegen, wir wurden in das Auto gesetzt mit den Worten: wenn wir aussteigen, sind wir am Meer. Meer was? Meer essen?

Fahrt dauerte nicht so lange und auf einmal befanden wir uns in einer neuen Wohnung. Das sollte Meer sein? Also Cooper und ich fragten uns schon: sind die beiden nun übergeschnappt? Warum verschleppen sie uns in eine andere Wohnung? Sie packten aus den großen Teilen alias Koffer alles wieder aus und uns anschließend wieder ins Auto. Dann liefen wir in einer fremden Gegend herum. Es roch schon irgendwie ganz anders. Die Luft war salziger, roch frischer. Dann sahen wir es: viel viel Strand und Sand. Das Meer war noch nicht da, hat sich sicherlich nicht getraut bei den vielen Menschen am Strand. Ich bin ja auch eher der zurückhaltende Typ anfangs, kann das Meer also gut verstehen 😉 Wir bekamen unsere langen Schleppleinen an und dann durften wir umher fetzen und andere Hunde begrüßen. Das war ja schon mal richtig gut. Aber haltet euch fest! Es wurde echt noch besser. Am nächsten Tag sind wir wieder dahin. Dieses Mal haben unsere Eltern einen Parkplatz näher an das Meer gefunden und das Meer? Das war immer noch voll schüchtern. Obwohl wir fast alleine am Strand waren.

Aber es war schon ziemlich cool und irgendwie eine Woche lang Dauerwochenende. Wir hatten Mama und Papa 24 Stunden lang um uns herum. Wir konnten sie nerven, sie ärgern, sie küssen, uns den Bauch kraulen lassen. Wenn es nach Cooper gegangen wäre, hätten wir wohl etwas mehr chillen sollen. Der ist wie mein Papa: alles gemütlich angehen lassen. Ich war immer voll aufgeregt: laufen, neue spannende Sachen sehen, Eltern blamieren (wir sind halt echte Terrier und so führen wir uns unterwegs auch auf. Manchmal. Nicht immer. Aber schon so hin und wieder mal), damit Blicke auf sich ziehen. Ja aber Mensch, wenn mein blöder Bruder mich schon so doof von der Seite anschaut, dann könnte ich halt aus der Haut äh Fell fahren und dann mache ich ihm das auch klar. Deutlich. Also deutlich klar! Terrierklar halt. Der Doofmann schießt aber immer zurück und so keifen wir uns desöftern an. Gerne mitten auf der Straße oder wenn Mama mal wieder ein gemeinsames Bild von uns haben wollte.

Übrigens, dieses Meer ist am letzten Tag endlich aufgetaucht! Es hat zaghaft seine Schüchternheit überwunden und ist langsam angekommen. Wobei es auch ohne Meer ziemlich lustig sein konnte:

Aber wir haben auch Beweise, dass wir im Meer waren:

Man hat hinterher nur wahnsinnig viel Durst. Also Friends, sorgt dafür, dass eure Zweibeiner immer genug Wasser mit sich führen. Abends waren wir immer sehr müde. An einem Abend wollte mein Bruder gar nicht mehr aufstehen zum letzten Pippi machen vor der Nacht. Hahaha.. das war voll lustig, wie er sich hat ziehen lassen an der Leine. Liegt auf dem Boden und wird über den Boden gezogen. Manchmal ist er ja doch ganz lustig 😉

Fazit: also könnten wir öfters machen und ich hab genau zugehört, als wir gefahren sind! Da sagten unsere Eltern nämlich: habt ihr bald wieder das Meer und dann ist auch mehr Meer da. Geilomat!

Euer Karli, der jetzt schon wieder voll aufgeregt ist 🙂

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Die Mama darf auch noch etwas sagen 😉

Wie war er denn nun für uns dieser erste Urlaub zu Viert? Anders als früher und wiederum auch nicht. Wir laufen wieder mehr, wir müssen etwas umdenken (wenn jeder einen Rucksack hat, ist es besser.. also merken: nächsten Urlaub jeder einen Rucksack). Alles einfach lockerer angehen. Lächeln, wenn die Terriergang sich wieder mal lautstark fetzt. Verdutzten Blicken von fremden Menschen lächelnd antworten: voll normal! Durchatmen, lächeln und weiter machen. Bepackter umher laufen, da beide Terrier noch voll in der Ausbildung sind. Bei Bildern die Bauchtasche abmachen, da man sonst schwanger ausschaut. Neue Schleppleinen aus Biothane bestellt. Sich auf den nächsten Urlaub freuen 😉

3 Kommentare zu „Erster gemeinsamer Urlaub zu Viert“

  1. Ach Karli, du bist ein Poet … das Meer war schüchtern, tja das kommt vor, denn es kommt und geht … Ebbe und Flut nennen die Zweibeiner den Zustand und leider ist das Meer salzig, das macht Durst.
    Die Leute die auch dort waren, denken bestimmt immer wieder and euch.
    Danke für den Bericht

  2. Da hat aber Karlie gezeigt, dass er ein echter Schriftsteller ist! So schön geschrieben! Aber richte ihm doch bitte aus, er soll Euch mal zur Ostsee schicken – die ist nämlich nicht schüchtern, immer da und gar nicht so salzig wie die Nordsee.

    1. Ostsee kennen meine Eltern:-) meine Mama mag etwas mehr die Nordsee, mein Papa die Ostsee. Im Herbst aber fahren wir an die Ostsee, weil wir dann frei am Strand laufen können. Im Sommer ist es ja doof, da wir dann ja nur einen kleinen Abschnitt immer für uns haben.

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