Ein Jahr ohne dich

Heute vor einem Jahr um die Zeit wusste ich, dass der Tag scheisse enden wird. Warum? Weil du um diese Zeit das erste Mal Blut erbrochen hast. Geistesgegenwärtig habe ich es noch aufgesammelt, damit ein Arzt es sehen kann. Als du gebrochen hattest, kam wirklich dieser Gedanke in mir auf: Dieser Tag endet scheisse.

Nun ist es ein Jahr her. Die Erinnerungen sind übermächtig. Gerne wären wir einfach weg gefahren, um den Tag nicht zu Hause zu verbringen. Um während dieser Zeit einfach woanders zu sein. Doch leider ging es nicht. Michael hat Urlaubssperre von der Firma aus und so müssen wir hier bleiben. Am liebsten wären wir einfach ans Meer gefahren, sich den Kopf frei pusten lassen. Aber Erinnerungen holen einen eh ein.

Ein Jahr ohne dich…… Ach Eddie, du fehlst uns so sehr. In Karlis Herz bist du auch immer noch. Letztens haben wir ein Video von euch angeschaut und Karli hörte deine Geräusche beim Spielen und schaute total fasziniert auf das Video. Normal bellt er immer oder reagiert halt, wenn er einen anderen Hund hört. Aber da war er ganz still und legte nur den Kopf schräg. Als das Video zu Ende war, suchte er dich. Du hast also nicht nur bei uns bleibenden Eindruck hinterlassen, sondern auch bei Karli.

Unser 1. Jahr ohne dich haben wir uns sehr turbulent gestaltet. Dein kleiner Karli trauerte, da gab es dann einen kleinen Cooper, der ein Zuhause suchte und er zog ein. Uns war klar, dass es von dem Tag an für uns sehr anstrengend wird. Denn machen wir uns nichts vor: zwei junge Parson Russell Terrier, beides Rüden –> das ist eine Hausnummer. Karli gerade 7 Monate alt, Cooper 8 Wochen. Etwas einfacher wäre es wohl gewesen, wenn Karli etwas älter gewesen wäre und er schon vernünftiger gewesen wäre. Er hat zwar unseren Cooper miterzogen, aber den Unsinn hat sich Cooper auch von ihm abgeschaut. Aber auch dein Wesen taucht immer wieder in Cooper auf. Manches Mal sind wir total verblüfft und verwundert. Er stubst wie selbstverständlich Flaschen um die auf dem Boden stehen. Er stürmt frühmorgens wie ein Wilder in die Küche und rummst zur Not auch die Küchentüre auf. Na Eddie, kommt dir das bekannt vor?

In der ersten Zeit habe ich dich immer sehr gespürt. Du warst nicht weg, du warst bei mir. Micha hat ja morgens die beiden Kröten mit auf Tour genommen und wenn ich aus dem Badezimmer heraus gekommen bin, bist du zu mir gekommen. Mag sein, dass es manche für Blödsinn halten oder Wunschdenken. Aber das ist mir egal. Denn ich habe dich gespürt. Ich bin auch morgens dann immer aus dem Haus gegangen und habe mich von dir so verabschiedet, wie ich es früher gemacht habe. Hat ja früh morgens keiner gehört 😉

Nun ist das 1. Jahr ohne dich herum und wir haben uns an das Leben mit zwei wilden Jungspunden gewöhnt. Natürlich sehnen wir uns manches Mal nach dem ruhigen Leben mit dir zurück. Besonders wenn jemand an der Tür klingelt und du überhaupt nicht reagiert hast. Du hast ja eh sehr selten gebellt und nun haben wir das pralle Leben bei uns: zwei junge Hunde, die uns manchmal Nerven kosten, die uns hemmungslos zum Lachen bringen und uns sehr glücklich machen. Ich weiß auch gar nicht, wo dieses Jahr geblieben ist. Dank der Zwei ist es sehr schnell herum gegangen. Ich hoffe ja sehr, dass du mit der Erziehung zufrieden bist. Wir geben uns jedenfalls sehr viel Mühe und haben schon viel erreicht.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt: du warst ein Lamm! Klar warst auch du in jungen Jahren ungeduldig und hibbelig. Du hattest den Spitznamen Mr. Wibbelfutt. Ging dir etwas nicht schnell genug, hast du wie ein Verrückter herum gejunkst…. na, merkst du was? Ja der Cooper ist auch so ein kleiner Seehund 😉 Du hast uns also nicht verlassen Eddie, du bist nach wie vor bei uns.

Danke für die wundervolle Zeit mit dir! Du hast uns viel geschenkt und viel gegeben. In unseren Herzen lebst du weiter!

Copyright Ines Meyrose

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.