Unser Seelenhund

Seelenhunde hat sie jemand genannt ……
sie sind unvergessen, weil sie unser Leben verändert haben und auch nach ihrem Tod in einem weiter leben.
Man spürt es – in seinem Denken, in seinem Handeln, in seinem Fühlen.
Seelenhunde hat sie jemand genannt ……
jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben,
die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
Seelenhunde hat sie jemand genannt ……
jene Hunde, die wie ein Schatten waren und die Luft zum atmen,
jene Hunde die uns ohne Worte verstehen.
Kein Tag vergeht ohne an sie zu denken und ohne sie zu vermissen.
Und nur Hundemenschen können verstehen, wie es ist, so einen Seelenhund zu verlieren.

Für unseren Eddie
06.03.2004 – 30.12.2018

Du warst und bist unser Seelenhund. Denn du hast unser Leben so sehr verändert und bereichert. Du warst unser Schatten, du hast uns ohne Worte verstanden.

Unser Eddie. Es ist kaum zu glauben, aber du bist nicht mehr bei uns. Wir mussten dich gehen lassen, obwohl wir dachten, wir hätten doch noch so viel Zeit.
Unser Eddie, unser Clown, unser Herzensbrecher, unser Purzel, unser Allerbester, unsere große Liebe, unser großer Schatz, unser erster Hund. Was war das für ein tolles gemeinsames Leben mit dir. 14,5  Jahre konnten wir Drei gemeinsam erleben.  Du warst immer fest an unserer Seite, denn unser Spruch war immer: ohne Hund? Ohne uns! Du warst immer für uns ein vollwertiges Familienmitglied. Du warst unser Für-immer-Hund. Du warst unser Baby. Wir haben fast alles zusammen gemacht. Wir waren nie getrennt. Wir sind zusammen in den Urlaub gefahren. Du bist die Berge hoch und runter gelaufen. Du warst in Tirol und hast so viel Spaß gehabt hin und her zu flitzen und so manches Mal haben wir die Luft angehalten, weil du am liebsten querfeldein die Berge gerne herunter gelaufen wärst. Abends warst du immer platt und glückselig. Du hast im Atlantik geschwommen, bist an den Stränden der Normandie gelaufen und geflitzt.

Du warst ein kleiner Fernsehstar, denn du warst in der Werbung “Mein RTL” zweimal  zu sehen. Einmal an Weihnachten und einmal sogar mit Sonja Zietlow.

Du bist in österreichischen Seen geschwommen und in der niederländischen Nordsee, sowie im Rhein. Du warst in der Schweiz am Lago Maggiore, von dort nach Italien.  Du warst auf Pellworm und du warst bei unserer Hochzeit mit dabei: denn ohne Hund, ohne uns! Du hast die Ostsee kennengelernt und bist dort herum geschwommen. Du warst unser kleiner Seehund, denn man hat dich gar nicht aus dem Wasser heraus bekommen. Du hast dann immer deine Kreise gedreht und mit den Pfoten aufs Wasser geplatscht, damit du die Tropfen auffangen kannst. Haben wir dich gerufen, hast du nicht reagiert und hast einfach deine Kreise weiter gezogen. Nur mit Tricks haben wir dich aus dem Wasser heraus bekommen.

Trotz großer Wasserliebe bist du aber kein Sommerhund gewesen. Temperaturen über 20 Grad fandest du doof. Zumindest in der Stadt. Am Strand, am Wasser hast du den Sommer immer gut ausgehalten. Aber du bist durch und durch ein Herbsthund gewesen.



Du hast es geliebt, bei Temperaturen um die 5 – 10 Grad zu laufen und dann konnten wir mit dir die schönsten Wanderungen machen und selbst im Alter von 13 Jahren konntest du dann noch deine 10 km laufen. Du hast deine Rheinwiesen immer sehr geliebt. Warst aber auch total begeistert vom Wald. Auch für dich sind wir umgezogen. Aus einer DG-Wohnung in eine EG-Wohnung, mit Balkon und nach hinten heraus etwas Terrasse. Du hast es geliebt, mit mir zusammen Waldtouren zu machen. Was sind wir beide vor dreieinhalb Jahren durch den Wald gestromert. Haben das Neandertal erkundet und manches Mal hast du auch einfach die Führung übernommen und ich bin einfach mit dir gelaufen und wir zwei haben so die allerschönsten Wege gefundet und erkundet.

Unser Seelenhund, du hattest ein riesengroßes Herz, ein Herz aus Gold. Du bist jedem Menschen freundlich begegnet, du hast jeden Menschen begrüßt und jedes Tier. Selbst als einmal ein kleines Mäuschen vor deiner Nase war, hast du es nur ganz vorsichtig beschnüffelt, während die kleine Maus mit riesengroßen Augen quiekend vor dir gesessen hat, weil sie dachte, ihr letztes Stündlein hat geschlagen. Aber du hast es beschnüffelt und sie ist schnell weg gelaufen und du hast nur verdutzt hinterher geschaut. Katzen hast du ganz toll gefunden und wolltest immer mit ihnen spielen.  Du hast sehr sehr viele Hundefreunde gehabt.  Angefangen von deinem Schatten Lottchen, seit ihr doch zusammen groß geworden. Dann eine große Langhaarschäferhündin namens Sina, ein Hofhund, die immer angelaufen kam, wenn wir unsere Gassirunde gedreht haben und die ganz verrückt nach dir gewesen ist. Manche Runde hat sie einfach mit uns gedreht. Ein Bild für die Götter: der kleine Jack Russell angeleint, die schwarze große Schäferhündin frei. Ich hab immer nur gehofft, dass uns das Ordnungsamt nicht anhält 😉 Deine Halbschwester Emmi, die wir in der Hundeschule kennengelernt haben und wir festgestellt haben, dass ihr beide vom gleichen Züchter stammt. Deine gesamten Hundefreunde aus der Hundeschule, aus der sog. VID-Gruppe (Very Important Dogs, eine private Gruppe, die sich in der Hundeschule zusammen gefunden hat). Zwei sind aus dieser gemeinsamen Zeit noch hier. Alle anderen hast du nun wieder getroffen. Besonders deinen Aiko. Was bist du verliebt in ihn gewesen. Was hast du uns alle zum Lachen gebracht, als du mit deiner Sprungkraft und deiner Hartnäckigkeit auf den Rücken von Aiko gesprungen bist und da gestanden hast. Deinen Aiko hast du sicherlich schon wieder getroffen. Tröstlich zu wissen, dass du dort oben hinter der Regenbrücke nicht alleine bist. Das all deine Hundefreunde nun mit dir gemeinsam über die grünen Wiesen flitzen.

Du bist ein Hund gewesen, für den ich die Hand ins Feuer hätte halten können, ich hätte mich nicht verbrannt. Kleine Kinder hätten ihre Hände in dein Maul stecken können, du hättest niemals etwas gemacht. Höchstens geküsst. Vor deiner Zunge war niemand sicher…. außerdem stand deine Rute niemals still. Du hast immerzu gewedelt. Allerdings warst du auch ein echter Prinz. Unser Prinz!! Profan auf dem Boden liegen, wie andere Hunde? Nein, dass war nicht deins. Du musstest immer auf meinem Schoß sitzen. Du konntest deinen Willen perfekt durchsetzen. Denn warst du nicht auf meinem Schoß, hast du neben mir gestanden und du warst quengeliger als ein Dreijähriger! Habe ich dich dann hochgenommen, warst du ganz zufrieden und hast einfach gelegen. Es war dein absoluter Lieblingsplatz.

Ich weiß, dass irgendwann die schönen Erinnerungen überwiegen werden. Doch zur Zeit tut es einfach nur weh und wir vermissen dich unendlich.

Pass gut auf dich auf mein Eddie, mein Prinz. Hab Spaß da wo du jetzt bist und schau zu uns herunter. Wir werden immer wieder zu dir herauf schauen. Denn echte Liebe kann einen nicht trennen. Im Herzen werden wir für immer vereint sein.



Foto – Ines Meyrose
Fotos – Ines Meyrose


Foto – Ines Meyrose

9 Kommentare zu „Unser Seelenhund“

  1. Mir kullern grad die Tränen über die Wangen. Das hast du so wunderschön geschrieben, Andrea.

    Nur noch zwei aus der VID-Gruppe… Luna und Momo?
    Luna ist inzwischen auch schon eine ziemliche Oma. In 2 Monaten wird sie auch schon 13. Sie ist inzwischen ziemlich schwerhörig. Man muss immer daran denken, sie anzuschreien, wenn man etwas von ihr will. Dafür hatte sie endlich mal ein stressfreies Silvester, weil sie die Knallerei einfach nicht gehört hat. Aber trotzdem. Der Gedanke daran, dass unsere gemeinsame Zeit weniger wird, ist schon ziemlich gruselig.

    In der letzten Zeit stelle ich fest, dass ich jedesmal, wenn ich einen schwarzen Labi sehe, den „will auch“. Kein Hund wird ersetzen können, was Aiko für mich war, aber das Wesen eines Labis ist einfach etwas, das mein Herz ganz weit auf reißt.
    Vor einiger Zeit habe ich hier in der Gegeng eine tolle Züchterin kennen gelernt. Sie züchtet zwar nicht in einem der Verbände, hat aber ein sehr umfassendes Wissen und verpaart verantwortungsvoll. Sie ist genau so, wie ich es von einer guten Zucht erwarte. Wer braucht da schon einen Zettel vom VDH oder so.

    Ich hab übrigens noch einige Fotos von Eddie. Auch eines, wie er im Rhein buddelt. Ich suche mal ein paar heraus und schicke sie dir bei FB

  2. Man spürt in jeder Zeile, wie sehr Ihr Eddie geliebt habt und er Euch.
    Ich könnte jetzt noch so viel mehr schreiben, aber irgendwie wollen die richtigen Worte nicht kommen…
    Glaub es oder nicht – ich denke in den letzten Tagen so wahnsinnig oft an Euch und Euren Schmerz.
    Mir ist dadurch noch mehr bewusst geworden, wie dankbar man für jeden Tag, jede Minute mit seinen Vierbeinern sein muss. Mein Opi ist ja nun auch schon 16 Jahre alt und auch wenn er Tage hat, an denen er tobt, frisst und quengelt wie ein junger Kater, gibt es auch diese Tage, an denen sein Gang steifer und sein Gehör schlechter ist, er keine Sprungkraft mehr hat, nicht spielen mag und man ihm einfach anmerkt, dass er ein uraltes Tier ist. Auch seine Tage sind gezählt. Seit Eddie seine letzte Reise angetreten hat, ist mir das viel bewusster und ich genieße jeden Moment mit ihm (und natürlich den anderen beiden Damen) noch intensiver.
    Ich wünsche Euch alles Gute für 2019 – miteinander, mit Eurem süßen Karlie und mit Eddie, der von oben auf Euch aufpasst.

    Alex

    1. Ich habe in der letzten Zeit auch immer wieder an dich gedacht. Ich musste immer daran denken, dass du seine Augen so geliebt hast. Seine Seehundaugen ❤️
      Ja, man weiß es. Und man lebt schon bewusster. Aber es ist toll, wenn man es noch mehr macht. Wir haben es auch bewusst gemacht. Den letzten Urlaub mit ihm so richtig richtig genossen. Da bin ich sehr froh drüber. Ich drücke dich!

  3. Oh man, was war das für ein toller Hund!!!! Du hast diese Hommage an ihn wirklich toll geschrieben! In einer Woche wird es 2 Jahre her, dass wir mit unserem 1. diesen Weg machen mussten – noch heute bin ich unendlich traurig über diesen Verlust!

    Ich drück dich ganz fest!

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