Noch ein Hund?

Zu unserem Leben gehört ja ein Jack Russell Terrier namens Eddie. Ich muss gestehen, wir sind der Rasse etwas verfallen. Wer diese Rasse kennt weiß, dass man dafür schon etwas verrückt sein muss. Aber ich liebe diese kleinen Clowns und Herzensbrecher. Diese mutigen Hunde mit dem riesengroßen Herzen. Sind sie gut und richtig erzogen, sind es ganz ganz tolle Hunde und richtig tolle Begleiter. Denn eines darf man gar nicht beim  Jack Russell machen: sich von seinen Seehundaugen beeindrucken und becircen lassen. Natürlich ist er goldig (O-Ton meiner Mama) und niedlich. Aber ich sage auch immer wieder: ja goldig… aber vergesst nicht: es ist kein Spielzeug und ein sehr eigenständiger und sehr willensstarker Hund. Meine Mama vergisst es trotzdem regelmäßig…. 😉
Wie gesagt, wir sind der Rasse verfallen. Wir mögen es nicht langweilig und sind hart im Nehmen… wir halten es aus, wenn der Hund einen mal blamiert 😉

Nun ist unser Eddie 14 Jahre alt. Manche sagen: schon so alt? Wir empfinden es gar nicht so. Wissen aber sehr wohl: unsere gemeinsame Zeit läuft nun langsam rückwärts. Es geht ihm gut soweit, aber wollen wir uns doch nichts vormachen und an dieser Stelle muss ich leider so realistisch sein: ein Hund in seiner Größe wird 14, 15, 16 oder 17. Mit viel Glück 18. Wir müssen durchaus damit rechnen, dass in ein, zwei, drei Jahren ein schwerer Gang uns bevorsteht. Ich mag daran nicht denken, denn es wird sehr sehr schwer für uns. Eddie ist unser Seelenhund durch und durch und unsere große Liebe. Unser Baby 😉 Bis vor kurzem haben mein Mann und ich noch gesagt: erst einmal wird es nach ihm keinen Hund mehr geben. Wir wollen verreisen, fliegen. Mein Mann und ich sind bisher nur mit dem Auto unterwegs gewesen. Norwegen, Schweden, vielleicht mal London. New York? Ich muss gestehen, wir haben schon davon geträumt. Oder auch einfach nur mal eine Woche Spanien oder Griechenland.  Die normale Zeit ohne Hund genießen.  Wir haben in den letzten Wochen einige Gespräche geführt und festgestellt: eigentlich wollen wir gar nicht so ohne Hund. Natürlich wäre manches stressfreier, vieles aber auch sehr viel langweiliger. Würden uns Reisen nach Spanien etc. so viel schenken und geben wie ein Hund? Würden wir uns nicht schrecklich langweilen ohne Hund? Nehmen wir den Sonntagsspaziergang. Wir sind zwei Monks, einer von uns beiden sagt sicherlich: warum sollen wir laufen? Alleine macht es doch keinen Spaß…… 😉 Niemand ist da, der einen begrüßt, wenn man nach Hause kommt.

Nun verfolge ich bei Facebook ein Paar aus dem Hunsrück, die Parson Russell Terrier züchten. Ihre Seite ist sehr liebevoll aufgebaut. Es sind keine Fließbandwelpen, sie sind als Züchter eingetragen und führen eine kleine liebevolle Zucht und legen Wert auf gesunde Familienhunde. Ich bin jedes Mal aufs Neue verliebt in die Bilder und wenn sie gerade einen Wurf haben, dann sind die Bilder erst Recht zum verlieben. Mehrmals täglich werden Bilder gezeigt und liebevoll kommentiert.

Plötzlich war es da. Das Gefühl, einen Zweithund zu holen. Es passt  gut in unserem Leben. Eddie ist noch fit und für sein Alter gut drauf. Wir hätten etwas mehr Leben wieder in der Wohnung und könnten uns neben Eddie eine eigenständige kleine Persönlichkeit heranziehen. Den Gedanken, uns einen Zweithund zuzulegen, hatten wir immer wieder mal. Aber immer wieder verworfen. Wobei auch unser vorheriger Vermieter inklusive Nachbarn nie mitgespielt hätten.  Aber durch den Umzug vor drei Jahren haben wir so herzensgute liebe Nachbarn bekommen, haben eine EG-Wohnung mit Terrasse nach hinten heraus und einen tollen Vermieter. Ein kleiner weiterer Hund würde durchaus in unser Leben passen. Eddie hätte auch etwas mehr Bespaßung und einen Kumpel und würde vielleicht auch wieder etwas mehr Lebenslust verspüren. Er verträgt sich sehr gut mit anderen Hunden. Ist sehr gut sozialisiert.

Eddie mit seiner Halbschwester Emmi

Nun überlegen wir: gehen wir diesen Schritt oder gehen wir ihn nicht? In die Zukunft schauen können wir nicht. Wir wissen nicht, wie Eddie sich verhalten wird. Das es eine Umstellung wird für ihn, dass ist uns klar. Er wird manches Mal angenervt und angepisst sein. Ebenso klar. Aber er spielt noch recht gerne und so könnte es auch sein, dass er es schön finden wird auf einmal einen Kumpel an seiner Seite zu haben. Uns ist klar: zwei Hunde heißt 2 x mehr Arbeit, doppelte Kosten, etwas mehr Stress, mehr Dreck. Ich zähle bewusst die negativen Sachen zuerst auf. Denn ich möchte nichts schön reden. Zwei Hunde heißt wiederum aber auch: doppelt Liebe, doppelt Spaß, doppelt Freude.

Uns ist klar, auf was wir uns einlassen werden. Wir werden bestimmt auch manches Mal fluchen und über uns schimpfen. Aber mein Bauchgefühl signalisiert mir: es ist ok und es ist gut. Im Gegenteil, irgendwie fühlt es sich auf einmal richtig an. Das war vorher nie so der Fall.
Eine Hürde haben wir noch zu bewältigen. Wir müssen mit unserem Vermieter reden und ihn fragen. Die Nachbarn neben uns haben wir schon gefragt und ihre Antwort war nur ein strahlendes Gesicht. Was sagt nun also der Vermieter? Können wir den Weg gehen? Werden wir ihn gehen?

Wie ist es bei euch? Pro Zweithund? Mit einem glücklich und zufrieden? War der Gedanke trotzdem mal da? Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

10 Kommentare zu „Noch ein Hund?“

  1. Das überrascht mich gar nicht. 51 Wochen im Jahr mit Hund sind besser als eine kleine Reise.

    Ich habe gerade das Buch Beim zweiten Hund wird alles anders gelesen. Aber nur, weil ich die Autorin gerne lese. Ich habe oft den Kopf geschüttelt über die Naivität einiger Hundehalter. Und ich bin mir sicher: Ihr bekommt das hin. Weil ihr Eddie auch so toll hinbekommen habt.

    Die Frage ist eher, ob ihr ihm damit den ruhigen Lebensabend versaut oder ob Ihr eben wieder seine Lebensgeister auf Tour bringt. Das werdet Ihr final schon richtig einschätzen.

    Für Paul wäre ein Zeithund nichts. Da bin ich mir ganz sicher. Und für uns auch nichts. Ich mag es nicht, wenn zwei etwas von mir wollen und ich mich teilen muss. Mal Gassigehen mit zwei Hunden ist nett. Im Haus wären sie mir auf Dauer vermutlich ganz schnell zu viel. Aber wer weiß – vielleicht ändert sich das auch irgendwann.

    Ich bin sehr gespannt auf Euren Weg!

    1. Darüber haben wir auch nachgedacht. Sollen wir das wagen? Ist es Eddie nicht zu viel? Er kann seine Zeit genießen, geht das mit einem Zwerg?
      Ich weiß es nicht. Aber an sich ist er sehr gechillt mit kleinen Zwergen. Kann sie in die Schranken weisen, ist aber auch sehr sehr geduldig. Jetzt müssen wir mal abwarten, was der Vermieter sagt. Ich stelle mich vorsorglich auf ein Nein ein.
      Sollte es ein Ja sein, dann müssen wir die Geburt abwarten, ob ein Junge dabei ist.

      1. Ah, es soll also ein Rüde sein. Das kann ich gut verstehen. Ich wollte eine kleine Hündin und habe einen mittelgroßen Rüden bekommen. Ich würde wahlweise immer wieder lieber einen Rüden nehmen.

        1. Im Alter möchten wir Eddie kein Mädel mehr vorsetzen ;)) sonst hätten wir in ihrer Läufigkeit ziemlich Spaß aber ich mag Jungs eh mehr und bin das alles schon gewohnt.

  2. Ich bin ja generell pro Zweithund. Und eh pro Jack Russel, die sind einfach toll! Die Zusammenführung ging 2 mal (Idefix und Buddy und Idefix und Jake) richtig gut und einmal (Jake und Johnny) richtig schief. Jake ist halt kein einfacher Hund und hat Johnny nicht akzeptiert und sehr starke Ressourcenängste entwickelt und alles (und ich meine alles) verteidigt. Das ging los in der Küche mit dem Mülleimer, dem Herd, der Spüle etc und hörte bei mir auf. Es waren wirklich schreckliche erste 6 Monate, sehr anstrengend. Ich ging mit dem Klicker ins Bett und stand damit auf. Und langsam, ganz langsam wurde es immer besser. Die Ängste bauten sich immer mehr ab. Gleichzeitig habe ich meine eigene Dominanz gestärkt und das Wort „Meins!“ eingeführt. Das bedeutet für Jake: Frauchens Revier, ich hab hier nix zu sagen. Jetzt ist Johnny 1,5 Jahre alt und ich kann die beiden alleine zusammen lassen. Jake liebt ihn und verteidigt ihn und die wenigen Streitereien gingen in der letzten Zeit von Johnny aus (Pubertät…). Ich würde immer einen zweiten Hund wollen, aber nicht mit Jake zusammen.
    Jetzt zu Eurer Situation; ich bin da etwas ambivalent. Eddie ist nunmal nicht mehr der jüngste und man muß bedenken, dass er noch älter, gemütlicher etc wird. Und ein junger, ihn permanent fordernder Hund an seiner Seite mit dem er Frauchen/Herrchen/Aufmerksamkeit teilen muß könnten ihn überfordern. (Mal ein kleines süßes Beispiel: Idefix war 8 als wir Jake holten. Er war zu dem Zeitpunkt noch fit wie ein Turnschuh, hatte nur die leichte lockere Kniescheibe die viele Terrier haben. War kein Problem. Bis er sah wie Jake foxterriertypisch sprang und so an Sachen kam, an denen er nicht kam. Und er lernte das springen. Und so überforderte er sich selber einmal derart, dass seine Kniescheibe raussprang….).
    Natürlich kann der junge Hund Eddie einen zweiten Frühling bescherren, das kommt oft vor. Aber Ihr solltet ihm immer eine Rückzugsmöglichkeit bieten, einen Ort ohne den jungen. Und Ihr solltet Euch darauf einstellen, dass Ihr auch mal mit den Hunden getrennt los müßt da die Bedürfnisse doch sehr auseinanderklaffen. Es ist nicht nur mehr Dreck der anfällt mit einem zweiten, auch die eigenen Zeit wird weniger und das nicht nur in der Welpenzeit.
    Ich an Eurer Stelle würde es versuchen wenn der Vermieter ja sagt, der Tierarzt sein ok gibt und der Züchter im Notfall auch bereit wäre, den Hund zurückzunehmen (vor dem Schritt standen wir damals auch fast und es hat mir das Herz fast zerbrochen).
    Und noch ein Punkt zum Thema Erziehung: ich habe jetzt meinen vierten Hund und jeder war anders. Buddy zb brauchte ich nicht erziehen, der war perfekt! Idefix hingegen war überdreht und dabei so charmant das man ihm nicht böse sein konnte. Jake ist schwierig, aber ich weiß, er würde mich bis zum Tode beschützen und er sehr sehr schlau! Und Johnny ist ein absoluter Quatschkopf, super lieb aber auch stur wie 10 ochsen!

    1. Ich danke dir für deinen tollen Kommentar. Echt und ungeschönt. Wir wissen, dass es durchaus schwierig werden kann. Aber deswegen haben wir auch diese Züchter ausgewählt, weil sie auch danach für einen immer da sein werden. Wir wissen, dass wir es manches Mal verfluchen werden. Nun müssen wir erst einmal,schauen, ob wir das ok bekommen. Anfang Mai steht auch TA Besuch an. Ist Eddie immer noch fit, dann ist es gut. Ansonsten werden wir uns immer für Eddies Wohl entscheiden.
      Liebe Grüße Andrea

  3. Ich freue mich so sehr für euch und Eddie… Er wird das schon wuppen; aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es nach einer Gewöhnungszeit für alle (!) Beteiligten immer ein Gewinn ist…
    Ich sitte übrigens sehr gerne Hunde- solltet ihr doch mal die eine oder andere Reise planen!

    1. Ich bin gespannt, was der Vermieter sagen wird. Dann ist nächsten Monat noch ein Tierarzt Besuch an und dann wissen wir auch, ob bei unserem Dicken alles ok ist.
      Gut zu wissen mit dem Sitten ✌✌ Drücker Andrea

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