Rückblick Urlaub/Sylt aus Hundesicht

Hey Leut’s!
Ich habe beschlossen, mich einmal zu Wort zu melden. Da ich selbst so Pfoten habe und damit nicht tippen kann (ich kann ja durchaus vieles, nur das funktioniert leider nicht) habe ich meine Mama gebeten, als Ghostwriterin für mich zur Verfügung zu stehen. Sie hat mich mit hochgezogener Augenbraue angeschaut, dann diesem aber zugestimmt. Sie hat wohl Sorge, ich plaudere hier Sachen aus, die peinlich werden könnten. He He… mal sehen, was mir so alles einfällt 😉

Zur mir: Viele kennen mich von Instagram, denn in Mama’s Account tauche ich auch immer wieder auf. Hier im Blog auch schon ein paar Mal, aber wenn ich mich hier zu Wort melde, dann möchte ich mich doch auch vorstellen. Denn ich bin ein guterzogener Jack Russell!
Ich heisse Eddie, bin am 06.03.2004 geboren und somit 14 Jahre alt. Manche nennen mich Opa oder auch: oh das ist aber ein alter Hund.. Aber Leute, ich bin 14 Jahre alt! In Menschenjahre wären das so um die 76 Jahre. Mit 15 dürft ihr mich Opa nennen, aber jetzt verbitte ich mir das. Ich bin ein Seniorhund. Dieser auch durch und durch und nur meine Mama und mein Papa dürfen Grantelopi zu mir sagen. Das sind aber auch die beiden einzigen Berechtigten! 😉 Ich bin ein reinrassiger Jack Russell Terrier und dieser Rasse sagt man manches nach: sie seien stur und selbstbewusst, durchaus schwierig in der Erziehung und und und. Auch hier gilt: hört nicht drauf. Wir sind einfach besonders! Besonders liebenswert, besonders intelligent, besonders stur und eigenwillig. Aber wenn ihr etwas nicht wollt, dann macht ihr es ja auch nicht. Gilt das für uns Jack Russell nicht ebenso? 😉

Ich habe im Großen und Ganzen großartige Eltern. Andere sagen Besitzer oder Herrchen/Frauchen. Für mich sind es meine Eltern, meine Mama und mein Papa. Als ich 10 Jahre alt war, haben sie endlich mein Futter umgestellt und anstelle von ungesundem langweiligem Trockenfutter gibt es nun leckeres frisches Fleisch (hätten sie ja auch mal früher drauf kommen können)! Ich habe reisefreudige Eltern und ihr Motto ist: wir haben einen Hund und aus diesem Grund geht es nur mit Hund in Urlaub. Damit bin ich gemeint und ich finde das toll. Habe ich so Mama und Papa 24 Stunden an der Backe und kann sie so richtig nerven 🙂 Nun wollten Mama und Papa mir eine Freude machen und mir zu meinem 14. Geburtstag eine Reise schenken. Vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Schon ziemlich coole Eltern oder? Nun hörte ich ab Oktober/November: Ende Februar fahren wir nach Sylt! Sie freuten sich immer so und ich fragte mich: Sylt? Wo issen das? Weit zu fahren? Gibt es da Wiesen und Wälder? Kann ich schwimmen?

Leute, ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet! Aber dazu später mehr. Einen Tag vor der Abreise bin ich dann doch aufgeregt. Mama holte einen Rucksack heraus, packte eine Decke herein, meinen Ausweis, Leckerchen, Schampoo, Spielzeug hinein…. ich hab alles kontrolliert und festgestellt: hey, dass sind meine Sachen! Da habe ich direkt genauer kontrolliert. Am nächsten Tag sind sie früh aufgestanden und Papa hat alles hinaus geschleppt und ich wurde hochgehoben und in meine Box gesetzt. Es ging los!! Da es scheinbar länger dauerte, habe ich beschlossen zu schlafen. Irgendwann rappelte es so komisch und ich merkte: Mama und Papa sind ebenfalls aufgeregt. Sie erzählten, dass sie auf einem Autozug sind. Hä? Leute, dass war komisch. Auto war aus, aber wir fuhren trotzdem. Nun ja, egal. Denn wir waren endlich da. Rausgehoben aus der Box stellte ich fest, dass die Luft ganz anders war als zu Hause. Es roch nach Meer, nach Salz. Sylt liegt scheinbar am Meer. Meer kenne ich schon. Habe letztes Jahr auch im Meer gebadet. Toll, ein Badeurlaub! Habe ich doch für mein Alter schließlich noch eine gute Figur und kann mich blicken lassen. Vielleicht kann ich auch ein paar Mädels aufreißen 😉

Mama und Papa packten aus, dann hielt sie aber auch nichts mehr und es ging los zum ersten Spaziergang. Strand und Meer habe ich nicht gesehen, sie mussten noch ein paar Sachen besorgen und dann wurde es schon dunkel. Aber am nächsten Tag war es endlich soweit. Da es etwas windig war und der Jahreszeit entsprechend auch etwas frisch, packte Mama mich in meinen Hundemantel. Prompt war meine Laune im Keller. Wie soll ich mit so nem Teil ins Wasser gehen? Ach, ich werde es ihr zeigen. Am Strand angekommen, stellte ich fest: viel Sand, viel viel Sand und viel Wasser. Ich stellte aber noch etwas fest: Langweilig! Im Sand kann man nicht viel schnuppern, alles roch irgendwie gleich und nach kaum etwas und als ich Richtung Wasser los stiefelte, war auf einmal meine Mama neben mir, hielt mich fest und schob mich in die andere Richtung. Folgender Satz fiel: es ist zu kalt, du kannst nicht ins Wasser. HALLO? Ich kann nicht ins Wasser? Nicht spielen? Nicht Spaß haben? Dann können wir auch wieder gehen. Was bitte schön, soll ich sonst an so einem Strand machen? Mama und Papa fanden eine Lösung: spazierengehen. Ja sicher… spazieren gehen. Im Sand. Ganz ehrlich Leute, als ich 5 Jahre alt war, hätte ich ja Bock darauf gehabt. Jetzt in meinem Alter gibt es einfach andere Sachen. Nichts zu schnuppern, nur Sand, manchmal schwer zu laufen, nirgendwo kann ich meine Markierung setzen, dass die Mädels wissen, dass ich da bin. So lief ich also muffig und grantelig hinter Mama und Papa her…..

Irgendwann haben wir diesen Strand verlassen und ab da wurde es interessanter für mich. Wege, Sträucher, Bäume, Straße etc. Ich konnte endlich überall meine Markierungen setzen und war glücklich. Dann traf ich jemanden wieder, den ich sogar kannte. Paul! Mein Hundekumpel aus Hamburg. Er hat mir letztes Jahr im September den Hundestrand in HH gezeigt und er ist schon ziemlich cool. Wir freuten uns beide auf unsere eigene Art und Weise und ich hoffte sehr, dass wir mal gemeinsam spazieren gehen. Aber bitte nicht am Strand… Leute, dass muss wirklich nicht sein. Soll ich euch was sagen? Es scheint so etwas wie Telepathie zu geben, denn Mama und Papa erhörten mich. Wir trafen Paul plus seine Hundeeltern und wir zogen gemeinsam los. Wir liefen einträchtig zusammen, schnuffelten gemeinsam an den gleichen Stellen und während des Spaziergangs erklärte mir Paul: hier gibt es verdammt viel Wasser und Strand, aber du musst dir deine Eltern so erziehen, dass sie nicht nur mit dir an Strand gehen! Es gibt durchaus hier andere Möglichkeiten! Ich habe nämlich ebenso keine großartige Lust auf diesen Sand und so gehen meine Eltern mit mir  zwar an den Strand, aber durchaus auch andere Strecken! Man man man, wenn ich Paul nicht gehabt hätte! Überlegt euch das mal! Endloser Strand, ich höre Mama immer schwärmen und ich bleibe dabei auf der Strecke! Gemeinsam mit Paul und unseren Eltern haben wir eine tolle Runde absolviert. Entlang am Watt (ist sowas wie Meer, ist nur nicht immer da und zu der Zeit bestand das Watt aus Eis), ein Stück Strand war dabei und da fiel unseren Eltern ein: wir machen Bilder….. och nö, ehrlich? Das auch noch?

Paul hatte auch keine Lust und ist einfach aufgestanden und losgelaufen. Vielleicht wurde er von seinem Frauchen auch gerufen, kann sein. Da ich nicht mehr so gut höre, bin ich einfach sitzen geblieben und habe Paul hinterher geschaut.

Foto – Ines Meyrose
Foto – Ines Meyrose

Ich bin dann aber mal hinterher gelaufen. Nicht, dass ich etwas verpasse.

Paul sieht übrigens begeisterter aus als ich. Aber er ist ja auch jünger als ich. Lasst ihn mal in mein Alter kommen! 😉 Irgendwann kamen wir an ein Lokal an und Paul und ich hatten Pause. Wir haben uns unter den Tisch gelegt. Ich hab Paul auch angeboten, dass er etwas auf meiner Decke liegen darf. Aber mein Kumpel ist etwas schüchtern, er legte sich mit einem Ohr mit darauf. Nachdem die Pause beendet war, ging es wieder zurück. Puuhh… kein Strand. So dachte ich mir: aus diesem Urlaub kann doch noch was werden.

Pustekuchen! Am nächsten Tag war was angesagt? Strand…….. ich lief gelangweilt hinter Mama und Papa her. Muss denen ja was gönnen. Aber war schon recht widerwillig. Leute, es ist arschkalt, man könnte gemütlich in der warmen Wohnung auf der Couch sitzen. Aber nein, ich darf mit so nem Mantel herum rennen, der Wind bläst mir eiskalt ins Gesicht und Mama und Papa finden es toll….. irgendwann habe ich in der Erziehung scheinbar was falsch gemacht!

Was ich aber festgestellt habe: auf Sylt sind die Menschen alle sehr entspannt und sehr nett. Hunde dürfen fast überall hinein und sind auch gerngesehene Gäste. Da wir außerhalb der Saison dagewesen sind, durfte ich mich an den Stränden auch frei bewegen (wenn ich Lust gehabt hätte). Vor den meisten Läden stehen sogar Wassernäpfe! Ok, bei minus 6 Grad doof, denn das Wasser war gefroren. Aber was soll man da auch machen? Sie können ja nicht ständig rühren 😉 Davon ab, es ist eh keine Jahreszeit, wo man ständig Durst hat. Allein, dass sie draußen stehen, ist einfach klasse!

Am vorletzten Tag hatte ich nochmal Glück und ich brauchte nicht alleine mit Mama und Papa laufen. Wir haben Paul wieder getroffen. Große Freude! Also so auf unsere ganz eigene Art und Weise. Paul und ich können uns nämlich still freuen, so ganz für uns. Muss doch nicht jeder direkt sehen, dass wir uns mögen. Wir gehen kurz aufeinander zu und sagen: ach hey… und dann geht es eben gemeinsam weiter. Dazu muss man auch nicht mit dem Schwanz wedeln, Paul und ich verstehen uns auch so…. ! Es ging durch einen Wald, also Wäldchen und soll ich euch verraten, wo wir auf einmal wieder waren? Ja richtig… am Strand. Aber zum Glück mochten unsere Besitzer nicht sooo weit gehen. Und so war der Spaziergang eine Mischung aus Strand, Wald, Düne (da wo man darf) und Lokal…..

Aber bevor ich noch ausschweifender werde, mache ich es kurz und bündig: Sylt ist toll. Wäre ich jünger, hätte ich nen riesigen Spaß anne Backe. Aber auch in meinem Alter ist es erträglich, man muss nur wissen wie 😉 Das ich Strand nicht mehr ganz so toll wie früher finde, gut, dass konnten nun Mama und Papa nicht  wissen. Ich weiß aber auch, es wird sie nicht abhalten. Habe gehört, im Sommer geht es wieder ans Meer. Aber an ein östliches oder so scheinbar. Glaub, da war ich letztes Jahr schon mal. War besser, denn es war warm und ich durfte schwimmen. Ich war nämlich in meinem Leben davor ein Seehund! Nur das ihr es wisst!

Leute… nun reicht es aber. Ich werde ein Schläfchen machen und ich hoffe, mein Rückblick von meinem Urlaub aus Hundesicht hat euch gefallen.

Wuff
Euer Eddie!

2 Kommentare zu „Rückblick Urlaub/Sylt aus Hundesicht“

  1. Da sagst Du was, guter Eddie! Was die Menschen immer mit ihrem Strand haben … und diese unsäglichen Fotos … immerhin haben meine kapiert, dass ich mir am Strand nur mit Bestechung fotografieren lasse. Bin schließlich ein essendes Model!

    Ich habe mich sehr gefreut, dass wir zusammen durch die Gegend schnuppern konnten. Ein Ausflug an die Ostsee im Sommer werde ich hier zu Hause gewiss durchgesetzt bekommen. Bis dahin halte die Kälte gut aus mit Deinem zarten Fell!

    1. Ja mittlerweile hat meine es auch kapiert, dass was zur Bestechung zwischendrin ganz sinnvoll ist. Auch das sie für mich älteren Herrn eine Decke mitschleppt, hat sie verstanden. Hat meine Erziehung doch etwas gefruchtet.
      An der Ostsee wäre es echt klasse! Da werden wir auch nicht so lange am Wasser spazieren gehen müssen 😉 ist ja dann nur Hundestrand-Zeit.

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