Nachts im Museum…….Ein Besuch im Neanderthal-Museum

Nachts im Museum ist nicht nur eine lustige Filmreihe. Nein, gestern Abend war die Neanderland Museumsnacht.
Da sind im gesamten Neanderland die Museen einen ganzen Abend lang bei freien Eintritt geöffnet und es gibt verschiedene Veranstaltungen. Von 18 bis 24 Uhr konnte man sich verschiedene Museen anschauen.

Da wir in der Nähe des Neanderthal Museum wohnen und sowieso schon länger mal hinein wollten, haben wir diese Chance genutzt und sind am Abend in das Museum. Das hat ja wirklich etwas. Es ist dunkel, der Parkplatz selbst liegt somit auch im Dunkeln und irgendwie lag eine besondere Spannung in der Luft. Der Parkplatz war gut besucht und wir waren nicht die Einzigen. Richtig toll, wie viele Menschen dieses Angebot genutzt haben. Kleine und Große, Ältere und Jüngere… alle wollten wohl schauen, ob nicht doch der ein oder andere Neanderthaler lebendig wird und man um Jahre zurück versetzt wird. Bei unserem Besuch wurde keiner lebendig…;) Aber um Jahre zurück versetzt wurde man trotzdem. Vor etlichen Jahren war ich natürlich mit der Schulklasse dort. Erinnerungen hatte ich aber nur noch vage. So war im Grund alles neu für mich und wenn man glaubt, es sei nur ein Museum für Kinder oder Familien mit Kindern, dem muss ich hier widersprechen. Es ist ein Museum für Jedermann.

Denn man erlebt eine Zeitreise von 4 Millionen Jahren Menschheitsgeschichte: „Woher kommen wir?“ – „Wer sind wir?“ – „Wohin gehen wir?“ Das sind die zentralen Fragen und diese führen uns durch das Museum. 
Die Ausstellung zeigt die Spuren der Menschheit – von ihrer langen Reise aus den Savannen zu den Großstädten heutzutage. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Neanderthalern. Die lebensgroßen Figuren im Museum wurden auf Grundlage der gefundenen Humanfossilien mit wissenschaftlichen Methoden rekonstruiert. Warum liegt der Schwerpunkt dabei denn auf den Neanderthalern? Nun ja, warum heißt es denn wohl hier Neanderthal?  Auf dem Bild sieht man das ursprüngliche Neanderthal.
Bei Abbauarbeiten in den Höhlen 1856 wurden menschliche Skelettteile gefunden. Diese sind später als frühmenschliche Überreste identifiziert worden.  

Das Tal wurde benannt nach dem Kirchenlieddichter und Theologen Joachim Neander. Seitdem die Überreste gefunden worden sind, ist das Tal berühmt geworden. Seitdem kennt man weltweit den „Neanderthaler“.

Vom Museum führt natürlich auch ein Weg zu der Fundstelle des Neanderthalers. Man kann also sich nicht nur im Museum umschauen, sondern auch draußen auf Entdeckungstour gehen.

Aber zurück zur Nacht im Museum. Am Eingang haben wir gleich zu den Kopfhörern gegriffen und diese sollte man auch mitnehmen. Denn an den einzelnen Stationen kann man einfach die Kopfhörer einstöpseln und man wird so durch die Geschichte und durch das Museum geführt.

Denkt jetzt nicht, es ist langweilig und langatmig. Ganz der Gegenteil ist der Fall. Es ist spannend und es macht Spaß mehr über die Geschichte zu erfahren. Die Geschichten sind kurz gehalten, gefüllt voller Informationen und sehr gut erzählt. Der Audioguide ist übrigens im Preis inbegriffen und es gibt auch extra einen Audioguide für Kinder. So sind wir die einzelnen Stationen abgegangen und haben einiges über unsere Vorfahren gelernt und erfahren.

Ich für meinen Teil bin ja froh, dass ich in der heutigen Zeit lebe und mein Fleisch nicht mehr jagen muss 😉 oder mir einfach einen Hammer nehmen kann und mir nicht erst ein Werkzeug extra herstellen muss 😉 Wieviel einfacher haben wir es heutzutage. Aber waren die Neanderthaler damals unglücklicher? Ich denke nein, denn sie haben in ihrer Zeit so gelebt, wie es für sie am besten gewesen ist. Noch eines ist vom Vorteil in der heutigen Zeit: wir werden älter als die Neanderthaler. Die meisten sind nur so um die 40 Jahre alt geworden, manche bis zu 60 Jahre.

Wie würde ein Neanderthaler wohl heute aussehen? So vielleicht? (Natürlich meine ich den Herrn im Anzug;))

Verlaufen kann man sich auch nicht im Museum, denn es ist ein Rundweg, der durch die gesamte Ausstellung führt und irgendwann ist man am Ende angekommen. Bevor man geht, sollte man auf keinen Fall die Fotostation am Ende der Ausstellung verpassen. Denn da hat man die Möglichkeit, sich inmitten der Menschenfamilie aus Zeitgenossen und Vorfahren auf das Sofa zu setzen und so ein besonderes Familienfoto als Erinnerung mitzunehmen 😉

Natürlich darf auch Neanderthal-Shop am Ende nicht fehlen und ja, ich liebe so etwas. Es gibt dort alles mögliche an Souvenirs, von Tinka dem Mammut (eines durfte mit nach Hause), von Shirts, von Taschen mit Neanderland-Logo (sehr cool übrigens!) und und und…. aber auch viel Interessantes aus der Region.

Ihr seht, ein Besuch in diesem wunderbaren Museum lohnt sich wirklich und ist nun gar nicht so eingestaubt, wie man vielleicht vermuten kann. Das Museum hat Montags geschlossen (irgendwann brauchen auch unsere Vorvorfahren etwas Ruhe und Erholung 😉 ) Ansonsten ist es Dienstags bis Sonntags von 10 – 18 Uhr geöffnet. Hunde sind nicht erlaubt. Doch halt.. auch hier wird es Besonderes angeboten. Denn der erste Freitag im Monat ist Doggy-Day. Da darf der Halter mitsamt seinem Vierbeiner (dieser zahlt 2 Euro) in das Museum, der Halter zahlt natürlich normal Eintritt. Weitere Öffnungszeiten und auch die Eintrittspreise findet ihr hier. Hungern muss man auch nicht, denn es gibt auch ein Museums-Cafe.

Wer also mehr wissen möchte, wer er ist, woher er gekommen ist, dem ist ein Besuch im Neanderthal-Museum nur zu empfehlen. Oder auch wer einfach nur Langeweile hat oder wenn man nicht weiß, was man so unternehmen kann… besucht das Museum! Alleine, zu Zweit, mit Freunden oder mit der gesamten Familie mit Kindern. Es ist auf jeden Fall ein wunderbares Erlebnis. Ach ja…diese beiden Neanderthaler-Enten durften ebenfalls noch mit nach Hause:

 

P.S.: So manch einer der Neanderthaler hat übrigens doch mal gezwinkert….das erlebt man aber nur nachts im Museum 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.