Ach Papa…

Kommen wir nach Mama (es ist ganz komisch und ungewohnt nach Mama zu sagen und nicht mehr nach Mama und Papa), ist die Wohnung wie immer. Und doch wieder nicht. Irgendwie wirkt die Wohnung bedrückend. Obwohl sie nicht traurig wirkt. Und doch fehlt dein Schalk, deine humorvolle Art, dein Gebrummel….einfach du fehlst Papa.

Du bist zwar immer noch da. Anwesend in Form von Bildern. Ein großes Bild von dir hängt im Eßzimmer. Das Bild von der Beerdigung. Ich denke nicht zwangsläufig an die Beerdigung dann. Ich sehe dich und du fehlst einfach. Der Blick deiner Augen geht so tief. Man lächelt und man muss weinen. Mama weint oft. Jetzt am Samstag mussten wir uns den Text für die Dankeskarten überlegen. Wir haben einen tollen Spruch für dich gefunden. Es passt zu 100% zu dir und uns. Und dann auch einen Text als Danke. Sachen, die ich jetzt eigentlich gar nicht machen wollte. Natürlich war klar, dass es eines Tages auf uns zukommt. Sterben müssen wir alle einmal. Manche besonderen Menschen müssen uns leider früher verlassen. Aber das ich 2015 so etwas machen muss….nein, dass wollte ich nicht machen. Ich wollte mit dir Papa noch unsere neue Wohnung genießen und dich herum werkeln sehen in unserem Garten. Du hättest noch soviel machen können…“müssen“. Aber dieses verdammte Schicksal wollte es leider anders.

Krebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es ist und bleibt einfach unbegreiflich für uns alle. Wir verstehen es einfach nicht. Und dann innerhalb von vier Wochen!!!! Vier Wochen!! Von Diagnose bis zu deinem Tod. Ich weiß Papa, es ist dir viel erspart geblieben und das ist etwas tröstend. Aber das ist auch das Einzigste. Es zeigt vielmehr eigentlich, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Im Prinzip fast von jetzt auf gleich. Krebs… Es trifft doch eigentlich immer andere. Und nun hat es uns getroffen. Es hat dich getroffen. Einfach so. Wir fragen uns, wie lange hast du es schon in dir gehabt? Silvester 2013 hast du auch dich schlapp gefühlt, hast Schmerzen im Nierenbereich gehabt. Wir haben dich dann zu einem Arzt gefahren. Er meinte, du hättest Grieß im Urin. Wahrscheinlich ein Nierenstein. War es wirklich einer? Aber danach ging es dir wieder gut. Wirklich gut. Keine Probleme. Es sei denn, du hast nichts gesagt. Kann möglich sein. Aber an diesem Silvester hast du richtig elendig und krank ausgesehen. Bis zu dem Tag deiner Chemo hast du jetzt toll ausgesehen. Letztes Jahr bei unserer Hochzeit ebenso. Ja, eine Veränderung in den Bildern sehen wir jetzt wenn wir sie uns anschauen. Von der Hochzeit und das Bild vom 12.7. bei uns im Garten. Aber ich glaube nicht, dass du seitdem es hattest und es wachsen konnte. Denn sonst wäre zwischendrin mehr Beschwerden gewesen und auch früher. Hast du es schon bei unserer Hochzeit gehabt? Oder erst seit Anfang des Jahres? Wir wissen es nicht und niemand wird uns eine Antwort darauf geben können.

Ach Papa….mein Papilein. So hab ich dich oft genannt. Und deine Wange dabei abgebusselt. Oder über deinen Kopf gestreichelt. Seitdem du Rentner geworden bist, konnte  man es machen. Vorher nicht. Da wolltest du das nicht. Da wäre deine Tolle kaputt gegangen…. Die du immer gestylt hast.

Du fehlst so sehr Papa. Und es tut so sehr weh. Da in mir drin. In meiner Brust. In meinem Herz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.