Unbegreiflich

Es ist und bleibt für uns einfach unbegreiflich.

Wir können es einfach nicht verstehen. Von heute auf morgen ist Papa nicht mehr da. Morgen ist die Beisetzung. Die Beerdigung meines Papas. Vor acht Wochen war alles noch bestens. Vor sieben Wochen hat Papa bei uns in der neuen Wohnung geholfen. Das Gartenhaus gestrichen. Sich geärgert, dass es ihm nicht gefällt und noch einmal Farbe gekauft und wieder gestrichen. Das es nun ein Andenken an meinen Papa ist, dass hätte ich mir nicht vorstellen können. Wir wollten doch noch so viel machen. Und jetzt ist er einfach nicht mehr da. Wenn man bewusst darüber nachdenkt, dann ist es so unbegreiflich, so unvorstellbar. Manchmal fühlt man sich wie in einem schlechten Film. Oder einem Traum. Einem schlechten. Man will aufwachen und es ist einfach alles wieder gut. Wie immer. Aber nichts ist mehr wie immer. Denn Papa ist einfach nicht mehr da. Mama nimmt es sehr schwer. Sie schläft schlecht bis kaum. Bei ihr wird es sehr sehr lange dauern. Verständlich. Waren sie 60 Jahre zusammen. Quasi ihr Leben lang. Haben zusammen gehalten in guten, sowie in schlechten Zeiten. Ja, wir haben schon schwere Zeiten gehabt. Das Leben ist halt kein Ponyhof. Leider auch kein Wunschkonzert. Meine Eltern haben eine tolle Ehe geführt. Und sie waren immer tolle Eltern. Mama manchmal etwas strenger. Papa konnten wir immer um den Finger wickeln. Ich kann mich an kein einziges böses Wort von Papa erinnern.  Rumgepoltert. Ja. Das konnte auch Papa. Aber das ist ja auch richtig so. Immer nur Friede, Freude, Eierkuchen geht halt nicht. Ach scheisse man….. Warum Krebs? Warum so schnell? Warum Papa. Warum? Warum? Warum?? Und es wird auf diese Fragen keine Antworten geben. Man fühlt sich so schrecklich hilflos.

Ich weiß, dass wir mit der Zeit damit leben können. Wir es lernen werden mit dem Schmerz zu leben. Mit dem Verlust. Aber es ist und bleibt unbegreiflich. Und es tut so weh.